Das Problem: Volle Fahrzeuge, leere Prioritäten
Wenn der erste Schnee fällt, starten viele Winterdienste mit einem bewährten Ritual: Fahrzeuge werden voll beladen, feste Routen abgefahren, alle Straßen gleich behandelt. Bei einem Mittelzentrum mit 38 Kilometern Hauptstraße, 22 Kilometern Radweg und 14 Kilometern Fußgängerzone bedeutet das oft, dass Streusalz in Nebenstraßen landet, während der Busbahnhof zehn Minuten später geräumt wird. Der Engpass ist nicht die Fahrzeugzahl, sondern die fehlende Priorisierung nach Gefahrenlage.
Ein Beispiel: Ein Streufahrzeug mit 1,8 Tonnen Salzkapazität verliert pro unnötiger Zusatzschleife rund 20 Minuten. Bei drei Fahrzeugen und vier Einsätzen pro Woche summiert sich das auf 240 Minuten, die für hochbelastete Kreuzungen fehlen.
Besonders kritisch wird es bei gefrierendem Regen: Dann reichen schon 0,5 Millimeter Niederschlag, um eine Steigung unpassierbar zu machen, während eine ebene Nebenstraße befahrbar bleibt. Eine statische Route behandelt beide gleich und verliert Zeit an der falschen Stelle.
Kernpunkt: Winterdienst braucht eine dynamische Rangfolge statt starrer Touren.
Ursache: Getrennte Daten und gewachsene Routen
In vielen Bauhöfen liegen Wetterdaten, Straßenklassen und Fahrzeugpositionen in drei Systemen. Die Route stammt aus einer Excel-Tabelle von 2019, die Wetterwarnung kommt per E-Mail, und der Fahrer entscheidet vor Ort. Dadurch entstehen doppelte Wege und unnötige Streumengen.
Hinzu kommt: Streusalz wirkt nur bei bestimmten Temperaturen und Mengen zuverlässig. Wer blind nachstreut, erhöht Kosten und Umweltlast, ohne die Verkehrssicherheit zu verbessern.
Die Folge sind Nachstreueinsätze am Nachmittag, obwohl die Temperatur steigt und das Salz längst abfließt. Die Ursache liegt weniger im Personal als in der fehlenden Rückmeldung: Erledigte Abschnitte werden per Funk gemeldet, aber nicht systematisch mit der Wetterprognose verknüpft.
Lösung: Wintino als schlanke Steuerungsschicht
Hier setzt wintino an: Die Software bündelt Straßenprioritäten, Wetterprognose und Fahrzeugstatus in einer Tagesansicht. Der Disponent sieht, welche Abschnitte bei minus zwei Grad und Schneefall zuerst behandelt werden müssen. Die Route wird nicht starr vorgegeben, sondern nach Gefährdung sortiert.
Im praktischen Ablauf reicht ein kurzer Morgencheck: Wetterlage prüfen, Prioritätsstufen bestätigen, Fahrzeuge zuweisen. Wintino markiert Abschnitte, die bei steigender Temperatur nicht gestreut werden müssen, und schlägt alternative Wendepunkte vor.
Die Priorisierung folgt drei Stufen: Gefahrenstellen wie Kreuzungen, Bushaltebuchten und Steigungen zuerst; Hauptverkehrsstraßen danach; Wohnstraßen zuletzt. Wintino zeigt freie Kapazitäten an, sodass ein Fahrzeug bei Bedarf einen zweiten Bezirk unterstützt, ohne die eigene Route zu verlassen.
- Buslinien und Schulwege erhalten automatisch höchste Priorität.
- Anwohnerstraßen werden nach Steigung und Unfallhistorie eingestuft.
- Fahrer melden erledigte Abschnitte per Tablet, die Zentrale sieht den Fortschritt.
Ergebnis: Weniger Salz, klarere Einsätze
Ein Modellversuch mit zwei Bauhöfen zeigte: Durch die priorisierte Planung sank der Salzverbrauch um 12 Prozent, während die Räumzeit auf Hauptachsen um 18 Minuten pro Einsatz zurückging. Entscheidend war nicht neue Technik, sondern die sichtbare Reihenfolge.
Die Auswertung nach Saisonende zeigt außerdem, welche Abschnitte regelmäßig zu viel Salz erhalten. Diese Daten fließen in die nächste Winterplanung ein, statt in Ordner zu verschwinden.
Für Kommunen bleibt der Aufwand überschaubar: Stammdaten pflegen, Prioritäten einmal festlegen, Fahrer schulen. Danach liefert wintino eine belastbare Grundlage für jede Wetterlage – und der Winterdienst streut dort, wo es tatsächlich zählt.

